Stand der Dinge: Streik am UKD

Von Mitte September bis Mitte November kam es nun an der Universitätsklinik in Düsseldorf zu mehreren Warnstreiks. Die Beschäftigten der Universitätsklinik und ihrer Tochtergesellschaften trugen an den Streiktagen ihre Forderung nach mehr Personal im Krankenhaus nach außen und erarbeiteten in diversen Workshops, wo und wie in ihren Arbeitsbereichen Entlastung stattfinden muss, damit Patient_innen besser versorgt werden können und die Beschäftigten nicht krank werden. Nun zeigt der Arbeitgeber Gesprächsbereitschaft – am 8. Dezember wird der Vorstand der Universitätsklinik mit der Gewerkschaft ver.di und ihren Vertreter_innen in der Universitätsklinik für ein erstes Sondierungsgespräch zusammen kommen. Den Ausgang dieses Gesprächs werden dann die Mitglieder der Gewerkschaft im Nachgang gemeinsam diskutieren und bewerten.

Hier noch ein paar Eindrücke von einer der letzten Streikdemos.

 

JETZT STREIKTS, DIE DRITTE! Die Beschäftigten der Uni-Klinik Düsseldorf und ihre beiden Töchter streiken wieder

Pressemitteilung des Bündnisses anlässlich des 48-stündigen Warnstreiks bei der Uniklinik Düsseldorf und den Töchtern UKM und GKD.

 

Die Geschäftsführung will immer noch nicht hören. Sie verweigert immer noch jedes Gespräch mit der Gewerkschaft Ver.di. Sie verneint jegliche Probleme bei der Personalbemessung, und sie will keinerlei Verhandlungen über einen Tarifvertrag für die beiden Töchter führen.

Das „Düsseldorfer Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus“, dass sich anlässlich der Auseinandersetzungen der „Bewegung Entlastung“ im September gegründet hat, unterstützt die Streikaktivitäten der Beschäftigten der Uni-Klinik und ihrer beiden Töchter.

Wir sind Menschen aus Düsseldorf und Umgebung, denen eine gute Versorgung im Krankenhaus am Herzen liegt. Als Patient*innen oder Angehörige hoffen wir bei Krankheit und Verletzung auf zeitnahe, bedarfsgerechte, kompetente und freundliche Behandlung und Versorgung. Dieses für alle sicher zu stellen, erachten wir als eine öffentliche Aufgabe.

Wir wissen um die Aktionen für mehr Personal im Krankenhaus, die in diesen Wochen in vielen Krankenhäusern überall in Deutschland stattfinden. Es macht uns Mut, dass die Beschäftigten aufstehen. Wir sind solidarisch mit den Kolleg*innen in ihrem Kampf für Gesundheit: ihrer eigenen und unserer! Wir wünschen den Kolleg*innen den nötigen Mut und die Kraft, den sie für Ihren Kampf benötigen. Ihnen gehört unsere volle Solidarität!

Denn wenn der Chef den Kopf in den Sand steckt, dann müssen die Kolleg*innen Sand im Getriebe sein!

Solidarität mit den Streikenden! Wir machen die Welle! Schickt Solibotschaften. Bewegen wir uns, damit sich was bewegt!

Chef der Uniklinik nimmt Streiks in Kauf „Notdienst“ ist längst der Normalzustand

Düsseldorf, 19. September 2017

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat dem
Chef der Uniklinik Düsseldorf, Prof. Dr. Klaus Höffken, vorgeworfen,
„die Rechtsgrundlagen der Arbeitsbedingungen der
Beschäftigten nicht zu kennen“. Höffken hatte behauptet, er
habe kein Mandat für eigenständige Tarifverhandlungen. Die
Gewerkschaft ver.di verweist indes auf die Rechtsverordnung
der Uniklinken des Landes Nordrhein Westfalen. Dort heißt es
in §13(1) Der Aufsichtsrat trifft für die Mitglieder des Vorstands,
die Kaufmännische Direktorin oder der Kaufmännische
Direktor für die Beschäftigten des Universitätsklinikums
die arbeits- und tarifrechtlichen Entscheidungen.
„Der Arbeitgeber Uniklinik Düsseldorf hat entgegen den Erwartungen
der Belegschaft bisher jedes Gespräch oder Verhandlungen
über einen Tarifvertrag Entlastung abgelehnt. Das
ist eine klare Entscheidung, bei der jedem Arbeitgeber klar ist,
dass sie Streik nach sich ziehen kann“, erklärte ver.di Sekretär
Jan von Hagen.
ver.di hatte im Vorfeld des Warnstreiks den Direktor der Uniklinik
mehrfach zu Gesprächen über eine Notdienstvereinbarung
aufgefordert. Prof. Höffken verlangte von ver.di die Zustimmung,
dass der Ärztliche Direktor nach eigenem Ermessen
Beschäftigte aus dem Streik zurück in den Betrieb holen
könnte. „Dies würde dazu führen, das Streikrecht unter Arbeitgebervorbehalt
zu stellen. und damit die Beschäftigten im
Krankenhaus anders als alle anderen Beschäftigten in ihrem
Grundrecht auf Streik zu beschneiden“, sagte Wolfgang Cremer,
ver.di-Landesfachbereichsleiter Gesundheit.
Die von ver.di angebotene und eingehaltene Notdienstvereinbarung
hat sich bereits in anderen Arbeitskämpfen bewährt.
Die Uniklinik selbst habe bestätigt, dass alle notwendigen OPs
stattfinden konnten und niemand zu Schaden gekommen sei.
„Es ist die mangelhafte Personalpolitik der Uniklinik, die auf
dem Rücken der Patientinnen und Patienten und der Beschäftigten
ausgeübt wird“, so Cremer. „Notdienst“ wäre an der
Uniklinik in vielen Bereichen längt der „Normalzustand“. „Die
völlig überlasteten Beschäftigten in Sonntagsreden zu loben
und sie zu beschimpfen, wenn sie für ihre Rechte eintreten,
vervollständigt das Bild eines Arbeitgebers, der nicht bereit ist,
beim Thema Entlastung für Beschäftigte gemeinsam eine Lösung
zu finden“, so der Gewerkschafter.

Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
Landesbezirk Nordrhein-Westfalen

V.i.S.d.P.:
Günter Isemeyer
Pressesprecher
ver.di NRW